Regionen im Iran

 

Teheran

Seit 1796 ist Teheran Hauptstadt des Landes. Es ist modern gebaut; Betonarchitektur überwiegt. Das Archäologische Museum der Stadt ist sehr gut aufgebaut. Besonders interessant sind dort die Keilschrift-Tafeln von König Darius I., es sind Gold- und Silberplatten, auf denen einiges über die Machtfülle dieses Königs und die Grenzen seines Reiches zu lesen ist. Sie wurden bei Grabungen in Persepolis gefunden. Der Golestan-Palast enthält das kaiserliche Museum. Es gibt viele kostbare Gegenstände zu sehen, darunter auch den berühmten Pfauenthron, der seit 1739 hier steht und nach wie vor bei Krönungen verwendet wird.

 

Shiraz

Shiraz ist eine der schönsten Städte im Iran. Sie wurde durch ihre Gartenkultur berühmt, der das milde Klima gut tut. So bekam die Stadt den Namen "Garten Persiens". Der Blumenreichtum ist unvorstellbar groß. Vor allem Rosen wachsen hier. Auf den Bergen rings um der Stadt stehen Weingärten. Vor der Revolution, als die Weinherstellung noch nicht verboten war, war der Wein von Shiraz im ganzen Iran beliebt. Zwei der großen Dichter, die Shiraz besungen haben, sind hier begraben - jeder hat sein Mausoleum ein wenig außerhalb der Stadt: Hafiz, der von 1320 bis 1398 lebte und Saadi der 1184 geboren wurde und 1282 starb. Die Provinz Fars, deren Hauptstadt Shiraz ist, stellt das Kernland des alten Persien dar. Zwei mächtige persische Königshäuser stammen aus dieser Provinz: die Achämeniden und die Sassaniden. Im Pars-Museum, einem achteckigen Pavillon, kann man einiges Lehrreiche über die Gegend und diese Dynastien erfahren. "Masdjid-i-Djomeh", die Freitags-Moschee, die im neunten Jahrhundert erbaut wurde, ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Mitten in dem von Arkaden umgebenen Hof der Moschee steht ein kleiner Bau, der eine Nachbildung der Kaaba von Mekka ist. Die "Masdjid Now" heißt auf deutsch zwar "Neue Moschee", ist aber auch schon eine der ältesten Moscheen der Stadt, denn sie stammt vom Anfang des 13. Jahrhunderts. An der Hauptstraße steht das "Qale-i-Karim Khan", das Schloss des Karim Khan Zand mit seinen halbrunden Ecktürmen. Karim war einst Statthalter von Shiraz und ließ sich neben dem Schloss auch noch die "Masdjid Vakil" bauen. Am schönsten an der Moschee ist die südliche Bogenhalle, die über einer Fläche von 50 mal 100 m errichtet wurde. Ihre 48 Säulen tragen spiralenförmige Reifenmuster. "Bazar Now" und "Bazar Vakil" liegen zu Füßen der jeweiligen Moschee. Im Vakil-Bazar kann man viele Werkstätten sehen, in denen Silber- und Mosaik-Handwerker arbeiten.

 

Kum

Hier, südlich von Teheran, steht die Fatima-Moschee. In ihr liegt Fatima-e-Massume begraben, die Schwester des Imams Reza. Die Moschee, die an der Außenseite ganz mit streng geometrischen, aber üppig ornamentierten Keramik-Mosaiken verziert ist, stellt ein Meisterwerk islamischer Kunst dar.

 

Bam

In der Provinz Kerman bauten die Sassaniden zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert eine befestigte Siedlung aus Lehmziegeln. Im 10. Jahrhundert wurde die Zitadelle Arg-é-Bam errichtet, die mit ihren herausragenden Türmen das Wahrzeichen von Bam war.
Am 26. Dezember 2003 wurde die Stadt durch ein Erdbeben verwüstet, mehr als 30.000 Menschen kamen ums Leben. Ein Jahr später wurde die nahezu vollständig zerstörte Zitadelle in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen, womit auch ihr Wiederaufbau gesichert werden soll.

 

Persepolis

Die Palastanlagen, das Zentrum der Stadt, erstreckten sich über eine Fläche von 300 mal 450 m. Ursprünglich war Persepolis als Festung gedacht. Darius machte dann aber aus Persepolis eine Königsstadt. Die ganze riesige Palastanlage einschließlich der sie umgebenden Stadt wurde von den Truppen Alexander des Großen im Jahr 330 v.Chr. völlig zerstört. Vieles wurde inzwischen aber ausgegraben, freigelegt und zum Teil restauriert. Man betritt die Terrasse heute durch das Schatzhaus, das seinen Namen damals wohl zu Recht trug, denn nach der Eroberung durch Alexander trugen über 3.000 Kamele Geräte aus Gold und Silber, kostbare Gewänder und Schmuck aus diesem Gebäude fort. Man kann den Harem des Xerxes sehen, in dem heute das Museum von Persepolis mit vielen Ausgrabungsstücken untergebracht ist. Auch die Thronhalle und die große Empfangshalle sind sehenswert genauso, wie die Ställe, in denen die königlichen Pferde untergebracht waren. Alle Gebäude - auch der Darius-Palast und der Palast von Artaxerxes - sind imponierend groß.

 

Tabriz

Tabriz ist die Hauptstadt der Provinz Azerbeidjan und eine der größten Städte im Iran. Sie wurde im 8. Jahrhundert durch Zobeiyde gegründet, die Frau des Kalifen Harun ar Rashid, die sich dort in der Bergluft erholen wollte. Später wurde sie der Sitz der mongolischen Khane, die über ein Jahrhundert lang Persien beherrschten. In jener Zeit wurde die Moschee Al Ischa gebaut, auf deren Ruinen heute die Zitadelle von Täbris steht. Es ist ein gewaltiger Bau, von dem nur noch drei Seitenwände erhalten geblieben sind. Diese ragen allerdings in Höhen von 40 m auf. Der wuchtige Komplex aus Ziegeln ist weithin sichtbar. Eine andere Ruine ist Masdjid-i-Kabud, die blaue Moschee. Sie wurde im 15. Jahrhundert erbaut und durch ein Erdbeben leider zerstört. Doch selbst noch ihre Reste zeigen, dass sie eines der schönsten Gebäude im Orient gewesen sein muss.

 

Isfahan

In Isfahan gibt es Dutzende von sehenswerten, meist sehr kunstvoll ausgeführten Bauten aus der Zeit zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert.Die Masdjid-i-Sha entstand im 17. Jahrhundert. Sie ist eine der eindrucksvollsten Moscheen im Orient. Ihre vier Minarette erreichen eine Höhe von 48 m bzw. 52 m, die Kuppel sogar 54 m. Sie erhebt sich, mit Fayencen geschmückt, über der mittleren Halle. Überwältigend schön sind die kunstvollen, sehr farbigen, aber dennoch harmonischen Mosaik-Arbeiten. Alle Minarette und die Kuppel sowie einige andere Gebäude, die zur Moschee gehören, sind innen wie außen mit Mosaiksteinchen verkleidet. Die Farbe Blau herrscht dabei vor; auch gibt es unendlich viele Blumen- und Rankenornamente. Ein zweites Prachtstück persischer Architektur und stilreiner Fayencen-Mosaiken ist die Masdjid-i-Lutfollah. Auch sie stammt aus dem 17. Jahrhundert, hat allerdings keine Minarette. Dennoch ist das Gebäude, dessen gesamter viereckiger Innenraum mit Ornamenten geschmückt ist, ein Meisterwerk. Gegenüber der Lutfollah-Moschee steht das "Hohe Tor", das "Ali Kapu", das einst der Eingang zum kaiserlichen Palast war. Das Tor trägt einen Balkon, von dem der Herrscher und seine Gäste Spiele und Paraden beobachten konnten.

 

Yazd

Yazd ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und liegt am Rande der Kavir-Wüste auf einer Höhe von 1.215 m. Sie gehört zu den ältesten Städten des Iran. Die Altstadt von Yazd ist ein Gewirr von kleinen Gassen und überdachten Gängen, sie besteht überwiegend aus Lehmziegelbauten. Überall auf den Dächern stehen Windtürme, die Badgire, die im heißen Sommer für ein wenig Kühlung in der Wüstenstadt sorgen. Ein altes Bürgerhaus, das Khan-e Lari, wurde restauriert und kann besichtigt werden. Sehr sehenswert ist auch die Freitagsmoschee mit dem höchsten Doppelminarett des ganzen Landes. Eine weitere Besonderheit sind die überdachten Bazare, die von der einstigen großen Bedeutung der Stadt als Handelszentrum zeugen. Yazd war während der Zeit der Sassaniden das Zentrum der Zarathustrier, noch heute leben hier viele Anhänger dieser Religion. Zu ihren Bauwerken zählt der "Ateshkadeh", der Tempel, in dem das heilige Feuer brennt sowie Bestattungstürme, die sogenannten Türme des Schweigens.

 

Mashhad

Mashhad ist die Hauptstadt der Provinz Khorosan im Nordosten des Landes. Jedes Jahr pilgern Millionen Gläubige nach Mashhad, denn hier befindet sich die Grabstätte des Imam Reza, dem 8. Imam der Zwölfer-Schiiten, der 817 n. Chr. verstarb. Das Mausoleum ist ein prachtvoller Komplex vieler Gebäude, Moscheen, Minarette und Höfe. Nichtmuslime können nur einen Teil des Heiligtums besichtigen. Im Zentrum steht unter einer goldüberzogenen Kuppel die Grabstätte. Der Innenraum ist mit Spiegeln verkleidet.